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Solidarität mit der Ukraine

EU-Hilfe für die Ukraine

Diese Informationen gibt es auch auf: Ukrainisch | українська | Russisch | русский

Die EU bleibt angesichts des russischen Angriffskriegs und der rechtswidrigen Versuche, ukrainisches Hoheitsgebiet zu annektieren, geeint in ihrer uneingeschränkten Unterstützung der Ukraine. Wir werden der Ukraine und ihrer Bevölkerung weiter politische, finanzielle, wirtschaftliche, humanitäre, militärische und diplomatische Hilfe leisten, solange dies nötig ist.

Starke und umfassende Reaktion der EU

Die Unterstützung, die die EU für die Ukraine seit Kriegsbeginn bereits geleistet hat, beläuft sich insgesamt auf knapp 98 Mrd. EUR. Konkret: 

47,9 Mrd. EUR bislang von Team Europa für eine wirtschaftlich, sozial und finanziell weniger krisenanfällige Ukraine 

33,1 Mrd. EUR (davon 11,1 Mrd. EUR aus der Europäischen Friedensfazilität) für militärische Hilfsmaßnahmen 

Bis zu 17 Mrd. EUR an Zahlungen an die EU-Mitgliedstaaten zur Deckung des Bedarfs der Ukraine-Flüchtlinge 

Die EU, ihre Mitgliedstaaten und ihre Finanzinstitute reagieren gemeinsam als „Team Europa“ auf Russlands Angriffskrieg. Das bedeutet, dass wir zusammenarbeiten und unsere Ressourcen und unser Wissen vereinen, um der Ukraine bestmöglich zu helfen. 

Seit Beginn des Kriegs hat Team Europa 43,4 Mrd. EUR zur Unterstützung der Ukraine bereitgestellt. Und zwar in Form von:

  • Makrofinanzhilfen 
  • Budgethilfen 
  • Soforthilfen 
  • Krisenreaktionsfonds 
  • humanitären Hilfen 

Makrofinanzhilfe und Budgethilfe

Im Jahr 2023 stellte die EU zur weiteren Unterstützung der Ukraine kurzfristige Hilfen im Umfang von 19,5 Mrd. EUR bereit, darunter ein 18 Mrd. EUR schweres Hilfspaket in Form von Darlehen zu sehr günstigen Bedingungen. Diese Hilfe wurde zusätzlich zu den Darlehen und Zuschüssen im Jahr 2022 in Höhe von 11,6 Mrd. EUR gewährt. Dadurch war die Ukraine in der Lage:

  • weiterhin Löhne und Renten zu zahlen
  • durch den Krieg zerstörte kritische Infrastruktur wiederherzustellen
  • grundlegende öffentliche Dienstleistungen aufrechtzuerhalten (z. B. Krankenhäuser, Schulen und Wohnraum für Menschen, die umgesiedelt werden mussten)
  • für makroökonomische Stabilität zu sorgen

Ukraine-Fazilität: für Erholung, Wiederaufbau und Heranführung an die EU

Um die Ukraine langfristig beim Wiederaufbau zu unterstützen und sie auf dem Weg zum EU-Beitritt zu begleiten, hat die EU ein neues Finanzierungsinstrument für die Jahre 2024–2027 eingerichtet. Über diese Ukraine-Fazilität wird sie dem Land in diesem Zeitraum verlässliche und flexible Hilfe in Höhe von bis zu 50 Mrd. EUR zukommen lassen.

Solange die Konditionen der Fazilität noch geklärt werden, kann die Kommission der Ukraine in einem begrenzten Zeitraum bereits jetzt mit einer Überbrückungshilfe von bis zu 1,5 Mrd. EUR im Monat helfen. Dadurch ist sichergestellt, dass die Ukraine sich weiterhin darauf konzentrieren kann, den Krieg zu gewinnen, und dennoch Gehälter und Pensionen zahlen und öffentliche Basisdienste bereitstellen kann. Bis jetzt hat die Ukraine bereits 4,5 Mrd. EUR dieser entscheidenden Unterstützung erhalten.

Damit bekräftigt die EU ihre Entschlossenheit, der Ukraine im anhaltenden Angriffskrieg Russlands und auf ihrem Weg zum EU-Beitritt zur Seite zu stehen.

Mehr zur Ukraine-Fazilität

Maßnahmen zur Unterstützung der ukrainischen Wirtschaft

Im Februar 2023 unterzeichneten die EU-Kommission und die Ukraine ein Abkommen über die Teilnahme des Landes am Binnenmarktprogramm. Ukrainische Unternehmen profitieren davon wie folgt: 

  • erleichterter Marktzugang  
  • günstige Rahmenbedingungen 
  • nachhaltiges Wachstum  
  • Internationalisierung 

Ferner schlug die EU-Kommission im Januar 2024 vor, die Aussetzung aller Zölle, Kontingente und Handelsschutzmaßnahmen für ukrainische Ausfuhren in die EU bis Juni 2025 zu verlängern. Die Kommission hat seitdem vorgeschlagen, die Aussetzung um ein weiteres Jahr zu verlängern.

Die EU leistet zudem Unterstützung durch Garantien, die von Finanzinstitutionen wie der EIB und der EBWE gestellt werden. Somit kann die ukrainische Regierung Kredite vergeben – und die Unternehmen können ihre unverzichtbaren Dienstleistungen erbringen. 

Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz

32 Länder
haben ihre Hilfe angeboten
Über 145 000 Tonnen
Hilfsgüter gingen in die Ukraine

    Darüber hinaus haben die EU-Mitgliedstaaten und Partner über das Katastrophenschutzverfahren der Union mehr als 145 000 Tonnen Sachleistungen im geschätzten Wert von über 798 Mio. EUR an die Ukraine geliefert. Außerdem haben die EU und ihre Mitgliedstaaten mehr als 110 Mio. EUR für die humanitäre Minenräumung bereitgestellt, wovon 21,5 Mio. EUR aus dem EU-Haushalt stammen.

    2022 hat die EU 330 Mio. EUR für ein Soforthilfeprogramm zur Bereitstellung grundlegender Güter und Dienstleistungen wie Bildung, Gesundheitsversorgung und Nahrungsmittel mobilisiert. Das Programm diente auch dem Schutz der Bevölkerung – sowohl der Binnenvertriebenen als auch der Aufnahmegemeinschaften – sowie der Unterstützung mittelständischer Betriebe und der Landwirtschaft.  

    Weitere Projekte sind der Wiederaufbau kleiner ziviler Infrastrukturen, die Gewährleistung der Energieversorgungssicherheit, der Ausbau der Cyber-Abwehr und der Medienfreiheit sowie der Kampf gegen Desinformation. Laufende Projekte im Umfang von 286 Mio. EUR wurden angepasst, um den dringenden Bedarf vor Ort zu decken. 

    Neue Logistikzentren und Hilfe aus rescEU-Beständen

    Angesichts des rasch wachsenden Bedarfs haben wir über die rescEU-Bestände medizinische Ausrüstung, Notunterkünfte und Stromaggregate, aber auch Spezialausrüstung für den Fall einer chemischen, biologischen, radiologischen oder nuklearen Bedrohung in die Ukraine geliefert.  

    Insgesamt hat die Ukraine seit Kriegsbeginn 127 Mio. EUR an rescEU-Hilfen erhalten.

    Die EU koordiniert die europaweite medizinische Evakuierung dringend behandlungsbedürftiger ukrainischer Patient*innen. 3 100 wurden bereits evakuiert und individuell versorgt.  

    Im September 2022 wurde in Rzeszów (Polen) ein EU-Zentrum für das Ausfliegen von Patient*innen eröffnet. Es bietet ihnen Schutz und Sicherheit, bis sie zur stationären Behandlung in ein anderes europäisches Land gebracht werden. 

    Darüber hinaus hat die Kommission in Polen, Rumänien und der Slowakei Zivilschutz-Logistikzentren eingerichtet, um die bereitgestellten Güter so schnell wie möglich in die Ukraine weiterzuleiten und die über das EU-Katastrophenschutzverfahren angebotenen Hilfen zu bündeln. 

    Am 21. April 2023 trat die Ukraine dem EU-Katastrophenschutzverfahren bei – der europäischen Solidaritätsstruktur für Länder in großer Not. 

    Vorübergehender Schutz

    Sofort nach Ausbruch des Kriegs aktivierte die EU die Richtlinie über vorübergehenden Schutz. Sie gibt ukrainischen Kriegsflüchtlingen in der EU bestimmte Rechte wie:

    Aufenthaltsgenehmigung

    Unterbringung oder Wohnraum

    medizinische Versorgung

    Bildungsangebote für Kinder

    Die EU-Länder haben im Zuge dieser bis März 2025 verlängerten Regelung für vorübergehenden Schutz bislang mehr als vier Millionen Menschen aus der Ukraine aufgenommen.  

    Die Kommission bietet maximale Flexibilität, damit die Mitgliedstaaten auch nicht ausgegebene Kohäsionsfondsmittel zur Versorgung von Kriegsflüchtlingen verwenden können. Auf diese Weise wurden bis zu 17 Mrd. EUR bereitgestellt. 

    Informationen für Menschen, die vor dem Krieg fliehen

    Solidaritätskorridore

    Im Rahmen der EU-Reaktion auf den russischen Überfall auf die Ukraine richteten die EU-Kommission und die EU-Nachbarstaaten am 12. Mai 2022 Solidaritätskorridore zwischen der EU und der Ukraine ein. Mit diesen wichtigen Korridoren wird sichergestellt, dass die Ukraine landwirtschaftliche Erzeugnisse ausführen und benötigte Güter einführen kann – von humanitärer Hilfe bis hin zu Futter- und Düngemitteln. 

    Seit Mai 2022 haben diese Solidaritätskorridore Folgendes ermöglicht: 

    • Sie haben die Ausfuhr von rund 122 Mio. Tonnen ukrainischer Güter, darunter 64 Mio. Tonnen Getreide, Ölsaaten und verwandte Erzeugnisse, möglich gemacht.
    • Sie haben es der Ukraine ermöglicht, 45 Mio. Tonnen dringend benötigter Güter einzuführen, darunter militärische und humanitäre Hilfe sowie Kraftstoff und andere Güter.
    • Sie haben der Ukraine, Moldau und EU-Ländern geholfen, die Verfahren zu erleichtern bzw. zu beschleunigen und Engpässe an den Grenzen zu beseitigen. 
    • Außerdem haben sie zur Unterzeichnung von Frachtabkommen mit der Ukraine und Moldau am 29. Juni 2022 geführt, die Transit und Transport in beide Richtungen weiter erleichtern. 

    Für den Ausbau der Solidaritätskorridore wurden bislang mehr als 2 Mrd. EUR mobilisiert – mit Beiträgen von der Kommission, der Europäischen Investitionsbank, der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung und der Weltbank.

    Mehr über die Solidaritätskorridore EU-Ukraine

    Hilfe für ukrainische Schulkinder

    Unterstützung des Energiesektors

    Im März 2022 wurde das ukrainische Stromnetz mit dem der EU verbunden. Die EU wird die Ukraine im Energiesektor weiterhin unterstützen, indem sie Gasumkehrflüsse in das Land sicherstellt. Die Ukraine wird auch vom gemeinsamen Kauf von Gas, Flüssigerdgas und Wasserstoff profitieren können. 

    Zudem hat die EU die Ukraine mit mehr als 8 400 Stromaggregaten und 35 Millionen LED-Lampen ausgerüstet. 

    Auf Ersuchen der EU-Kommission wurden im Rahmen des von der Energiegemeinschaft eingerichteten Fonds zur Unterstützung des Energiesektors in der Ukraine über 332 Mio. EUR bereitgestellt, um den unmittelbaren Bedarf im ukrainischen Energiesektor zu decken.  

    Unterstützung für den Ausbau von Konnektivität und Technologie

    Im Juli 2022 bat die Kommission die europäischen Mobilfunk-Anbieter, die Vereinbarung über eine Aussetzung oder deutliche Senkung der Roaming-Gebühren für Ukrainer*innen in der EU zu verlängern. 

    Im Juni 2023 unterzeichneten die EU und die Ukraine ein Abkommen über die Assoziierung der Ukraine mit der Fazilität „Connecting Europe“. Somit können ukrainische Projektträger EU-Mittel in den Bereichen Verkehr, Energie und Digitales beantragen und die Ukraine dadurch noch besser an ihre EU-Nachbarn anbinden. 

    Im Dezember 2023 eröffnete die Kommission ein neues Horizont-Europa-Büro in Kyjiw. Die Beteiligung der Ukraine an „Horizont Europa“ und am Euratom-Programm für Forschung und Ausbildung ist wichtig für Erhalt und Förderung des ukrainischen Forschungs- und Innovationssystems.  

    Seit Beginn des Kriegs hat die EU ihre Hilfe zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Ukraine gegenüber Cyberangriffen um 10 Mio. EUR für Ausrüstung, Software und andere damit verbundene Unterstützung aufgestockt. Weitere 19 Mio. EUR fließen in die Unterstützung des digitalen Wandels. 

    Unterstützung des Wiederaufbaus

    Unterstützung, um Russland zur Rechenschaft zu ziehen

    In Form eines 7,25 Mio. EUR schweren Förderprojekts für Ermittlungen des Internationalen Strafgerichtshofs zu russischen Kriegsverbrechen unterstützt die EU das Vorgehen gegen Straflosigkeit in der Ukraine. Außerdem unterstützt Eurojust eine gemeinsame Ermittlungsgruppe der EU, bestehend aus Polen, Lettland, Estland, der Slowakei, Rumänien, Litauen und der Ukraine (sowie dem IStGH und Europol), bei ihren Bemühungen, in der Ukraine begangene internationale Verbrechen zu untersuchen.

    Des Weiteren hat die EU-Kommission das sogenannte Internationale Zentrum für die Strafverfolgung des Verbrechens der Aggression gegen die Ukraine eingerichtet. Das Zentrum, das seinen Sitz in Den Haag hat und in die gemeinsame Ermittlungsgruppe eingebettet ist, soll die Untersuchung von in der Ukraine begangenen Kriegsverbrechen unterstützen und Beweise dafür sichern. 

    Ferner sind rund 200 Mrd. EUR an Vermögenswerten der russischen Zentralbank in der EU gesperrt. Bisher wurden über 28 Mrd. EUR an privaten Vermögenswerten gelisteter Personen und Organisationen eingefroren.

    Mehr zu den Bestrebungen, Russland zur Rechenschaft zu ziehen

    Die Seite wurde zuletzt am 20. März 2024 aktualisiert.

    Unterlagen

    24. MÄRZ 2023
    Updated Ukraine Recovery and Reconstruction Needs Assessment